Mit „Arsen und Spitzenhäubchen“ betritt das Theater Kulturkate 2026 Neuland. Nach zahlreichen Inszenierungen, die sich mit gesellschaftlichen Konflikten, historischen Brüchen, moralischen Fragen und menschlichen Abgründen beschäftigt haben, bringen wir erstmals bewusst eine Komödie in den Park des Herrenhauses.
Lange haben wir uns gegen das komische Fach gesträubt. Nicht, weil wir die Komödie geringgeschätzt hätten, sondern weil unsere Arbeit immer von einer Überzeugung getragen war:
Theater muss etwas mit uns zu tun haben. Mit den Fragen unserer Zeit. Mit den gesellschaftlichen Entwicklungen, die uns beschäftigen. Mit den Widersprüchen, in denen wir leben. Eine Komödie schien zunächst nicht in dieses Konzept zu passen. Wir wollen doch keine bloße Unterhaltung liefern. Vielleicht war genau diese Vorstellung jedoch zu eng. Denn „Arsen und Spitzenhäubchen“ erzählt hinter seinem Witz und seiner Absurdität von einer Frage, die aktueller kaum sein könnte:
Darf man etwas grundsätzlich Falsches tun, wenn man glaubt, das Richtige zu wollen? Darf man eingreifen, weil man überzeugt ist, es besser zu wissen? Darf man Grenzen überschreiten, wenn die eigene Absicht gut ist? Wann wird Fürsorge zur Bevormundung, Überzeugung zur Selbstermächtigung und Moral zur Gefahr?
Die beiden alten Damen des Stückes handeln aus Mitgefühl. Sie sind überzeugt, Gutes zu tun. Gerade darin liegt das Verstörende – und zugleich die Aktualität des Stückes. Nicht das Böse in seiner offensichtlichen Form steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, was geschieht, wenn Menschen aus moralischer Überzeugung beginnen, Grenzen zu überschreiten. Und vielleicht liegt darin die eigentliche Sprengkraft dieses Stoffes.
Wir leben in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten zunehmend von Gewissheiten geprägt werden. Viele Fragen werden nicht mehr gemeinsam ausgehandelt, sondern moralisch entschieden. Immer öfter begegnen wir der Haltung, dass ein Ziel die Mittel rechtfertigen könne – wenn nur die Absicht die richtige ist.
„Arsen und Spitzenhäubchen“ führt diesen Gedanken ins Absurde – und macht ihn dadurch sichtbar. Unterhaltend und leicht kommt die Geschichte daher, die Fragen die dahinter lauern, sollen uns aber beschäftigen.
Susanne Andres, die unserem Publikum bereits seit beim „Besuch der alten Dame“ 2025 wohlbekannt ist, spielt gemeinsam mit Barbara Krabbe die beiden Tanten, die eigentlich nichts Böses im Schilde führen. Ihre moralischen Vorstellungen sind so absurd, dass wir sie schnell ins Herz schließen werden in all ihrer Naivität und Verschrobenheit. Hinzu kommen in der Rolle des Mortimer und seiner zukünftigen Frau Elaine zwei Newcomer auf die Bühne.
Tobias Gebhard und Marie Stieper verkörpern dieses junge Paar, das zunächst all die Dinge aufdeckt, die bei den Tanten schieflaufen, aber nach kurzer Zeit selbst mitten in der Misere stecken. Auch der verrückte Teddy, der im Keller des Hauses eigentlich nur den Panamakanal ausheben möchte, ist schon ein Teil des Komplotts. Er wird verkörpert von Alexander Gerth. Hier wundern wir uns alle, dass uns der Schauspieler, der in Vellahn beheimatet ist, nicht schon früher über den Weg gelaufen ist.
Auf zwei alte KUKA-Bekannte dürfen wir uns auch freuen, Henning Karge und Andreas Püst vervollständigen unser Ensemble. Beide waren schon in einigen Inszenierungen der letzten Jahre zu sehen und sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Theaters Kulturkate. Henning Karge wird neben dem Schauspiel auch für die Regie in „Arsen und Spitzenhäubchen“ verantwortlich zeichnen.
Termine und Karten
Die Freilichtaufführungen finden an folgenden Terminen statt:
- 18. Juni 2026
- 20. Juni 2026
- 26. Juni 2026
- 27. Juni 2026
- 03. Juli 2026
- 04. Juli 2026
- 10. Juli 2026
- 11. Juli 2026
- 17. Juli 2026
- 18. Juli 2026
Einlass ab 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr
Karten für die Vorstellungen sind ab sofort unter www.kulturkate.de , über die Ticket-Hotline 03883-6747138 erhältlich oder im Vorverkauf direkt bei uns im Büro auf Gut Pritzier.
Sichern Sie sich Ihr Ticket und erleben Sie das Sommeropenairtheater „Arsen & Spitzenhäubchen“ auf Gut Pritzier!